Bilder mit meinen Ex-Kollegen und von Fahrradtouren

Meine Fahrradtour 2021

Auf dem Lahnradweg von Gießen bis Lahnstein

 

Nachdem die Sache mit meinem Hubschrauber wieder und wieder nicht geklappt hat, wurde mir klar: Mach es doch mit dem Rad, fahr doch einfach auf dem wunderschönen Lahnradweg, und besuche dabei deine gute Freundin Ilona!

Also nichts wie los bei miesepetrigem Wetter,

 

 

 ...rein in die Bahn mit der Else,...

 

 

..und mit angemessener Gesichtsbekleidung ab ins Mittelhessische.

 

 

 Die gefahrene Strecke.

 

In Gießen erwartete mich die erste Überraschung: Nix mit rauf aufs Rad und los, nein, erst musste eine Brücke über die Bahngleise genommen werden, und wegen eines kaputten Aufzugs auf der anderen Seite, die Serpentinen des Parkhauses heruntergefahren werden.

 

In Richtung Wetzlar ging es auf schönen Wegen überwiegend an der Lahn entlang, wo mir auch gleich die zweite Überraschung auffiel: Paddelboote! Oft mit zwei Personen besetzt, manchmal auch in Gruppen mit drei oder vier Booten.

 

Schließlich erreichte ich am Nachmittag meine Pension in der Wetzlarer Neustadt.

 

 Ansicht von der Straße,

 

und vom Hof.

 

Die Stadtrundfahrt mit dem Rad führte mich über die alte Lahnbrücke...

mit Blick zu meinem ersten Ziel: Dem Dom.

 

Gleich hinter der Brücke befindet sich flussabwärts eine Stromschnelle, die, wie Ilona sagt, mutige Paddler wohl auch mal mit etwas Schwung überwinden, aber wohl nicht immer mit Erfolg, was regelmäßig für Heiterkeit sorgt. Für alle Anderen befindet sich ganz rechts die Möglichkeit, die Boote auf Rollen am Fluss vorbeizuführen.

 

Ich fuhr also hinter der Brücke geradeaus weiter und erlebte so meine nächste Überraschung: Die Altstadt liegt ja auf einem Hügel, und auf einem recht ordentlichen sogar! Ich fuhr also bergauf, musste mal hier, mal dort abbiegen, und landete schließlich in einer Gasse, von der aus nur eine Treppe nach oben, und eine nach unten weiterführte.


Ich fuhr also zurück, landete in einer Baustelle, durch die ich schieben musste, und fand mich schließlich am Fuß einer schmalen und steilen Straße wieder, an deren Ende ich den Dom erahnen konnte.


Also ein paar Schritte zurück, Luft holen, kräftig in die Pedale treten, und schon stand ich auf dem Domplatz.

 

Dom mit Else.

 

Der Dom hat nur einen fertiggestellten Turm. Für den zweiten reichte damals das Geld nicht. Eine Besonderheit des Doms ist es, dass er als eine der ältesten Kirchen in Deutschland zu gleichen Teilen von Katholiken und Protestanten genutzt wird.

 

Von den Museen musste ich mir unbedingt das Viseum anschauen. Kein Optikmuseum im klassischen Sinn, sondern eine moderne Darstellung von der Beschreibung des Lichts bis hin zu modernen Geräten, und sehr interessant gemacht.

 

Aus den Fenstern gab es interessante Ausblicke.

Auf den Dom, und…

 

 … auf den Kornmarkt.

 

 

Ilona zeigte mir ihren wunderschönen Garten.

Ich war beeindruckt von der Vielzahl der Blumen, dem Gemüse und dem Obst, und kann sie nur dafür bewundern, wie sie es schafft, alles in diesem guten Zustand zu erhalten.

 

 

Den Abend verbrachten wir mit einem guten Tropfen im Weingarten, hatten uns dabei viel zu erzählen, konnten herzhaft Lachen und auch ernste Themen bereden.

Keine Ahnung, wohin die beiden schauen. Es ist sicher nicht die …

 

Hospitalkirche auf der anderen Lahnseite.

 

 

Vielleicht lag es am guten Wein vom Weingut Huth. Ilona ist sowieso schon ein ganzes Stück weiter 😄

 

 

 

Witzig auch die optische Täuschung beim Blick durch die Röhre: Ilona scheint auf einem Hochstuhl zu stehen!

 

Schön war’s. Danke und Tschüss, Ilona.

 

 

Weiter gings bei klasse Sommerwetter auf schönen Wegen in Richtung Weilburg.

An der Lahn gleich hinter Wetzlar.

 

In Oberbiel mussten die Paddler wegen eines Kraftwerks an der Lahn den Weg durch diesen Kanal mit der Schleuse nehmen. Das Öffnen und Schließen der Tore schien eine echte Knochenarbeit zu sein.

 

 

Vor Solms eine der netten Infotafeln am Weg, für diejenigen, die Hunger haben, und die Anderen, um zu schauen, wo man sich gerade befindet 😄

 

 

Nicht weit danach erwartet den Radfahrer in Leun-Lahntalbahnhof die nächste Überraschung: Die Sperrung des Radwegs bis Stockhausen wegen Bauarbeiten an der B49. Anstatt gemütlich im Tal weiterzufahren, musste dieser…

 ... Hügel überwunden werden! Es ging von 140 m bis auf 210 m Höhe, bei einer Steigung bis 12 %. Auf halber Höhe machten meine Beine schlapp, und die Luft ging mir aus 🥵und ich musste eine Pause einlegen.

Andere - ohne Motor - schoben, nur eine, wesentliche jüngere, Frau kämpfte sich bergauf und war sichtlich fertig, nachdem sie oben angekommen war.

Nach dieser Qual war es umso schöner, den Fahrtwind bei der anschließenden Abfahrt zu genießen.

Am Bahnübergang Stockhausen war die Schranke geschlossen, sodass ich in Ruhe das Hinweisschild auf kalte Getränke, die es im Bahnhof gibt, lesen konnte.

Nichts wie hin zu dem nur etwa 100 m entfernten Bahnhof, und während ich meine kalte Cola getrunken habe, konnte ich sehen, wie der Bahnangestellte mehrmals mit einer Kurbel die Schranke öffnete und schloss. Ein Bild wie aus der Vergangenheit.

 

 

 

In Löhnberg wird das gute Wasser hergestellt.

 

 

In Löhnberg gab es die nächste Überraschung: Natürlich liegt auch dieser Ort auf einem ordentlichen Hügel, und da sich mein Hotel mitten im Ort befand, hieß es also noch einmal, ordentlich in die Pedale treten.

Mein Hotel links mit dem Biergarten daneben. Und ja, die gute Frau rechts im Bild kratzt das Unkraut aus den Fugen!

 

Ein Motiv aus einer Seitengasse.

 

 

Weiter gings mit wenigen Pedaltritten nach Weilburg. Das Schloss kannte ich von einem früheren Besuch...

 

aber damals habe ich den Schiffstunnel nicht gefunden.

 

Er unterquert die Altstadt und ist der älteste und längste heute noch befahrbare Schiffstunnel in Deutschland, beliebt vor allem bei den Paddlern.

 

Burg Runkel, kurz vor Limburg.

 

Der Limburger Dom vom Radweg aus gesehen.

 

Das Erste und Wichtigste nach 45 km auf dem Sattel mit einem hefigen Schauer zwischendurch war ein kühles Bier!

 

 

Natürlich liegen auch Limburgs Altstadt und insbesondere der Dom auf einem Hügel. Also hieß es Treppen steigen, wobei ich natürlich die „Große Domtreppe“ erwischte.

 

 

Häuser in der verwinkelten Altstadt:

 

 

Weiter gings in Richtung Nassau.

 

Bei einer Pause vor Diez wurde ich doch von einer vorbeifahrenden Radlerin gefragt, ob etwas mit meinem Rad sei (nein, sie wusste nicht, dass sie Else heißt 😉).

 

Diez mit dem Grafenschloss.

 

Diese Skulptur befindet sich auf der alten Lahnbrücke in Diez. Leider konnte die Bedeutung nicht herausfinden.

 

 

Auf dem weiteren Weg gibt es wegen Umweltstreitereien eine Unterbrechung des Wegs an der Lahn entlang. Anstatt eine Umleitung zu fahren, die eine heftige und längere Steigung über einen Berg bedeutet, wird allen Radlern geraten, für das kurze Stück zwischen zwei kleinen Orten die Bahn zu benutzen. Und hier traf mich dann die nächste Überraschung: Natürlich war gerade Streiktag, und da die Strecke von der DB bedient wird, ging garnichts.

Nach kurzem Überlegen habe ich also wieder Scotty bemüht, der mich ohne Probleme zu meinem Zielort beamte 😆

 

Dort erwischte mich fast die nächste Überraschung: Der Anstieg zum Kloster Arnstein.

Eine wirkliche Überraschung war es nicht, der Anstieg war mir ja aus Beschreibungen bekannt. Heftig war er trotzdem, und als ich auf halber Höhe eine Pause machte, fuhr eine Gruppe Senioren hübsch auf Pedelecs mit ihren neuen, stärkeren Motoren an mir vorbei.

Oben angekommen blieb aber doch ein Trost: Eine echte Nonne bot gegen eine Spende stark zuckerhaltige Getränke wie Cola, Fanta und Co an, und ich konnte nicht widerstehen.

 

Der Weg führte nun auf halber Höhe am Hang entlang.

Von diesem Aussichtspunkt sieht man Kloster Arnstein und davor Schloss Langenau.

 

 

Kaum in Nassau angekommen, Klamotten ausgepackt und Else zu einer kleinen Rundfahrt überredet, fing es wieder an zu Regnen. Heftig! Die Rettung war ein großer Schirm vor einer Gaststätte, wo dann auch sofort noch zwei ältere Männer (nein, nicht so alt wie ich) mit ihren „Mountain Bikes“ und ein junges Paar mit Mieträdern aus Bad Ems Schutz suchten.

 

 

Kurz nachdem der erste Schauer nachließ kam der nächste, mindestens ebenso heftig, hinterher. Der Nachmittag fiel also buchstäblich ins Wasser.

 

Am nächsten Morgen erlebte ich die nächste Überraschung: Irgendwer hatte es geschafft, am Wetter zu drehen. Die dunklen Wolken waren verschwunden, und es wurde ein herrlicher Tag.

 

Der Radweg zwischen Nassau und Bad Ems bei Drausenau.

 

Die Strecke bis Bad Ems war im Nu geschafft.

Das Kurhaus, das Grand Hotel und weiter hinten die Spielbank.

 

Ein Eiskaffee an der Promenade war überfällig!

 

Die Lahn zwischen Bad Ems und Lahnstein.

 

Die Lahn mit der Allerheiligenbergkapelle über Lahnstein.

 

Die Lahnmündung mit Schloss Stolzenfels auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

 

Und ein Ausflugsschiff auf dem Rhein.

 

Fazit

Der Lahnradweg ist einfach wunderschön, die Landschaft, besonders zwischen Limburg und der Lahnmündung ist beeindruckend schön. Kritik muss man am Zustand des Wegs üben; er war stellenweise zu schmal, und der Belag war teilweise dazu geeignet, den Zähnen einen Schaden zuzufügen. Das Wetter hat leider nicht immer mitgespielt, gelegentlich waren dann doch die Regenklamotten nötig. Aber so ist halt unser Wetter.

Und eine Riesenfreude war es, endlich meine gute Freundin Ilona wiederzusehen. Wie sehr haben wir beide uns darauf gefreut.

 

Danke fürs Lesen

Klaus