Bilder mit meinen Ex-Kollegen und von Fahrradtouren

Meine zweite Fahrradtour 2017

Auf dem Saale- und dem Elberadweg

Prolog

Ja, ich weiß, ich bin ein Weichei! Ich bin nicht an der Saalequelle im Fichtelgebirge losgefahren, ich habe mich nicht über die heftigen Steigungen im Norden Bayerns und im Süden Thürigens an den großen Talsperren entlang gequält, sondern ich bin den familienfreundlichen Abschnitt ab Saalfeld gefahren.

Ich hatte mich natürlich informiert, auf http://www.saaleradweg.de findet man alle Informationen, deshalb diese Entscheidung. Aber vielleicht mache ich das wirklich noch einmal von der Quelle her, denn das Eis auf dem Marktplatz in Halle und vieles mehr möchte ich bei schönem Wetter und... noch einmal erleben.

Also rein mit der Else in den RE nach Glauchau in Sachsen und zunächst bis Neudietendorf, ein Ort in Thüringen, dessen Name ich vorher noch nie gehört hatte. Immerhin hat der Bahnhof Aufzüge zu den Gleisen. Während der Umsteigezeit von gut einer Stunde fuhren auch einige ICE hier durch, denn der Bahnhof liegt an der Strecke Leipzig - Erfurt - Eisenach - Fulda - Frankfurt.

 

 

Die Fleischerei im ehemaligen Bahnhofsgebäude war während der Wartezeit sehr willkommen, denn es gab auch Kaffee und Cappuccino. Bei immerhin frischen 16 Grad saßen auch einige Leute draußen. Gegen Mittag wurde es voll. Es gab Essen zum Mitnehmen und auch Tische im Bahnhof!

 

 

Die gesamte gefahrene Strecke. Die unterschiedlichen Farben stehen für die Tagesetappen.

Ansonsten: Wieder kein Frühstück vor 9:00 Uhr, keine Weiterfahrt vor 10:00 Uhr.

 

1. Etappe Saalfeld - Uhlstadt-Weißen

 

 Auf der Saalebrücke in Saalfeld.

 

 

Unter der Brücke verläuft der Radweg. Zu erkennen ist auch das Radwegsymbol...

...was mich auf dem ganzen Weg begleitete.

Die ersten Kilometer hinter Saalfeld führen durch ein Industriegebiet. Aber dann kam Rudolstadt mit dem Schloss Heidecksburg näher.

 

Am Nachmittag erreichte ich dann bei immer noch frischen 16 Grad mein gebuchtes Hotel. Klein, aber fein, mit dem Zimmer natürlich wieder im zweiten Stock, da, wo das Fenster geöffnet ist.

 

2. Etappe Uhlstadt-Weißen - Jena

Es ging los bei frischen 16 Grad und leichtem Nieselregen. Auf diesem Abschnitt habe ich meine Regenjacke bestimmt fünfmal an- und wieder ausgezogen. Aber der Regen war nicht so heftig, dass ich auch die Regenhose gebraucht hätte.

 

 

Auf der Saalebrücke bei Zeutsch.

 

Wieder so ein Wegweiser. Verirren wird unmöglich!

Auf schönen und abwechslungsreichen Wegen ging es weiter...

 

 ... zu dieser Schutzhütte bei Orlamünde, wo, man wird es kaum glauben, die Orla in die Saale mündet.

 

Klar gab es Abschnitte ohne Regen, aber die Regenwolken blieben in den Bergen ringsherum stecken.

 

 

Pause in Kahla, einem schönen Städtchen. Draußen sollte ich nicht sitzen, es wäre zu kalt und zu naß.

 

Eine Umleitung bei Jägersdorf führte mich dann auf diesen Weg. Im Hintergrund sind die Regenwolken über Jena zu sehen.

 

Kurz vor Jena. Vorn die A4, dahinter die die Wohnblocks von Neulobeda.

Zur Innenstadt ging es auf schönen Radwegen, durch Parks und an Sportanlagen vorbei, meistens abseits von Hauptverkehrsstrassen.

 

Der Jentower bei Regenwetter um 15 Uhr.

Im Hotel bekam ich dann für die Stadtbesichtigung einen Regenschirm aus dem Bestand. Ohne ging es auch kaum, denn es regnete immer wieder.

Das Hauptgebäude der Uni.

 

Die Kirche St. Michael.

Natürlich musste ich auf den Jentower! Das Gebäude wurde für das Kombinat Carl Zeiss Jena erbaut und später von der Universität Jena genutzt. Heute ist es Bürogebäude. Die Aussichtsplattform liegt 125 m über der Stadt.

Und ich war wirklich allein dort oben! Kein Mensch war außer mir dort. Es war aber auch wegen des miesen Wetters verständlich.

 

Blick in Richtung Botanischer Garten. Vorn rechts die Uni- und Landesbibliothek, links im Grünen das Planetarium.

 

Direkt unterhalb des Turms das ehemalige Werksgelände des VEB „Carl Zeiss Jena“.

Wichtig ist auch die Wagnergasse, die Kneipenmeile Jenas.

Die gerade eine Baustelle war. Was aber einige Wirte nicht daran hinderte, die Tische auf dem lockeren Schotter aufzustellen.

 

Auf jeden Fall hat das Abendessen gut geschmeckt und es gehörte auch wieder ein guter Wein aus der Saale-Unstrut Region dazu.

 

3. Etappe Jena - Naumburg

Endlich besseres Wetter! Zwar frische 15 Grad um 10 Uhr, aber von Regen nichts mehr in Sicht.

 

Die Kunitzer Hausbrücke nördlich von Jena wurde gegen Ende des Krieges von der Wehrmacht zerstört.

 

Und wieder aufgebaut.

 

 Spasspadler? Oder ein ernsthafter Verein?

 

 

Die Dornburger Schlösser.

 

Bei Kaatschen kam der erste Weinberg in Sicht.

 

Burg Saaleck (rechts) und die Rudelsburg. Dort wurde das Lied "An der Saale hellem Strande" verfasst.

 

Pause in Bad Kösen mit einem Glas Wein aus der Nachbarschaft und einem Cappucchino aus der Ferne. Es war mit 18 Grad immer noch nicht warm, aber alle saßen draußen nach dem schlechten Wetter der letzten Tage. Else ist gaaanz oben rechts im Bild.

 

Auf dem Weg nach Naumburg: Hier ist das Hauptanbaugebiet an der Saale.

 

Naumburg und sein Dom sind schon von weitem zu sehen.

 

Zwischen Innenstadt und Bahnhof fährt diese historische Straßenbahn.

 

Das Nietzsche-Haus. Die Mutter zog mit ihren Kindern hier 1858 ein.

 

Das Nietzsche-Denkmal auf dem Holzmarkt. Entstanden an seinem 163. Geburtstag 2007.

 

Der Naumburger Markt.

 

Und der Dom St. Peter und Paul.

 

4. Etappe Naumburg - Halle

20 Grad um 10 Uhr, so ging es an diesem Morgen los.

 

Kurz hinter Naumburg kommt schon die nächste Burg in Sicht: Burg Schönburg.

 

Und bald danach Schloss Goseck.

 

Auch solche Wegabschnitte gibt es, vor allem in den kleinen Orten: Einfach unbefahrbar! Und Glück, wenn es einen Fußweg gibt, auf dem man dann vorsichtig fahren kann.

 

Hier hat es Mirabellen geregnet

 

 

Diese Gruppe wurde streng geführt, alles ging nach Kommando (und eins, und zwei... und irgendwann wieder von vorn).

 

Das Schloss Merseburg mit dem kulturhistorischem Museum.

 

Gleich neben dem prachtvollen Dom.

 

Der Marktplatz in Halle mit dem Stadthaus...

 

... und dem Roten Turm.

 

Der Leipziger Turm.

 

Schloss Schkopau, Blick vom Bergfried am Ende einer wunderschönen Zeit in Halle und Umgebung.

 

5. Etappe Halle - Wettin

 

Um Halle herum geht es auf schönen Wegen durch die Außenbezirke entlang der Saale weiter.

 

Klar, mit Ausflugsschiffen.

 

Wer will denn so was! Nicht mal als Wirtschaftsweg zu gebrauchen. Gut, dass es diese ausgefahrene Spur daneben gibt.

 

Burg Wettin. Ein Einheimischer wollte mich für eine Pause doch tatsächlich den steilen Berg darauf schicken. Dann fiel ihm aber ein, dass es an der Fähre auch ein Gasthaus gibt.

Zum Übernachten musste ich noch einige Kilometer weit auswärts fahren. Im Ort gab es nichts.

 

Der Sattelhof liegt einsam an einer ehemaligen Bundesstrasse, die jetzt nur noch Landesstrasse ist, seitdem es daneben die A14 zwischen Halle und Magdeburg gibt.

 

Gutes Abendessen, auch hier mit Wein von der Saale. Essen draußen auf der Terrasse ging leider nicht, da es unbedingt noch gewittern wollte.

Da ist noch was aus meiner Zeit als aktiver Raucher: Es gab keinen Zigarettenautomaten im Hotel und meine waren alle! Was also tun, so weit abseits von Orten, wo es vielleicht keinen Automaten gab? Ich sah einen anderen Gast rauchen und sprach ihn an. Ja, er hatte tatsächlich Vorrat gekauft und konnte mir eine Schachtel abgeben. Der Abend war gerettet.

 

6. Etappe Wettin - Bernburg

Gegen Morgen weckte mich ein Geräusch, was ich zunächst nicht zuordnen konnte. Als ich dann die Augen aufkriegte, sah ich die Bescherung: Es regnete, und zwar heftig. Mein Fenster wurde begossen, dass war das Geräusch, was mich geweckt hatte. Na Klasse, das war mein Gedanke, bevor ich wieder einschlief.

Aber am Vormittag war alles vergessen, kein Regen mehr, dafür Sonnenschein und 20 Grad. So konnte ich die etwa 100 m Höhenunterschied nach Wettin zur Saale wieder herunterfahren und gemütlich in Richtung Bernburg weiterstrampeln.

 

 Die Fähre in Rothenburg.

 

 

 Das Ausflugslokal "Zur Georgsburg" bei Könnern, direkt am Radweg und ideal für eine Pause.

 

 

In Alsleben kam ich dann an einer Reihe solcher dicken, gut umzäunter Dinger vorbei. Raketenstation war ein Gedanke. Aber nein.

 

Die Saalemühle sorgt für Getreide und Mehl und existiert an dem Standort schon seit dem Mittelalter.

 

Der Auwald bei Plötzkau, eine tolle und ruhige Stecke durch den Wald.

 

Und dann war ich in Bernburg. Der Radweg führte genau wie auf dem Foto mit Blick auf das Schloss in die Stadt.

 

Das Rathaus und rechts das Theater.

 

 Das Schloss. Für eine Besichtigung des Museums war es leider schon zu spät.

 

Skulpturen in der Poststrasse. Sie stellen die "Stille Post" dar.

 

Mein Abendessen, natürlich wieder mit einem Saalewein. Später kam dann noch ein radfahrendes Paar an den Tisch, die auch auf dem gleichen Weg unterwegs waren. Sie waren sehr an meinem Navi mit seinen Möglichkeiten interessiert, und wir haben uns lange darüber unterhalten.

 

7. Etappe Bernburg - Barby - Aken

 

Gegen 12 Uhr habe ich mir wieder einen Cappuccino gegönnt, und dabei gefiel mir einfach dieser Rosenstrauch.

 

Danach ging es dann bei 26 Grad auch mal auf fast endlosen Geraden weiter.

 

Auf der Fähre bei Groß Rosenburg. Ich hatte keine Chance, ein Foto vom Ufer vor der Abfahrt zu machen, aber der Fährmann hat dann doch eins von mir und meiner treuen Else gemacht.

 

Weiter ging es nach Barby, der Ort, in dessen Nähe die Saale in die Elbe mündet...

... Und wo die Tische vor dem Gasthaus von Radfahrern besetzt waren.

 

Hier kommt die Saale von rechts.

 

Und dort hinten links ist die Mündung.

 

Saalhorn ist die Gegend wegen der Form des Saale-Flusslaufs genannt.

 

Befahren des Wegs von und zur Elbfähre war erst erlaubt, nachdem die Gänse ihren Spaziergang beendet hatten.

 

Die Fähre war eine Gierseilfähre. Sie wird allein durch die Strömung des Flusses angetrieben. Dazu hängt sie an einem langen Seil, dass sich kurz vor der Fähre aufteilt. Dadurch, dass der Fährmann die beiden Enden links und rechts kürzer oder länger hält, kann er die Fähre lenken. Die gelben Bojen markieren den Verlauf des Seils für die Schifffahrt.

 

Weiter ging es auf der Nordostseite der Elbe vorbei an dem Eingangsportal zum einstigen Lustschloss Friederikenberg, genannt nach der Prinzessin Friederike von Sachsen-Gotha.

 

In Aken ging es wieder zurück auf die andere Seite der Elbe. Außer auf den Fähren sieht man auf diesem Abschnitt nichts von der Elbe.

 

In Aken hatte ich ein Zimmer in diesem ziemlich neuen Gasthof...

 

... mit seiner gepflegten Umgebung.

 

8. Etappe Aken - Dessau - Wörlitz

 

An der Elbe kurz vor Dessau.

 

Und dann passierte das! Wegen des miserablen Straßenzustands bin ich in Dessau auf einem Fußweg gefahren. Nun stand da plötzlich links am Straßenrand ein Auto, rechts war ein Dornenbusch. Durch die Lücke kannst du locker durchfahren, dachte ich. Das Ergebnis: Eine halbe Stunde hat es gedauert, bis ich das Blut mit einem Sack voller Taschentüchern aufhalten konnte. Pflaster hatte ich Gott sei dank dabei.

Nachdem ich die Hand im Hotel noch etwas besser versorgt hatte, ging es zu einem Nachmittagsausflug weiter.

 

Auf dem Weg nach Wörlitz.

 

Das Schloss im Weltkulturerbe Wörlitzer Park.

 

Zurück in Dessau: Die Meisterhäuser.

 

 

Und das beeindruckende Bauhaus.

 

Bei meinem Hotel in der Nähe zum Anhaltischen Theater. Von Südwesten her kommen dunkle Wolken näher.

 

Aus denen später ein heftiges Gewitter wird. Es hat aus allen Kübeln geschüttet!

 

Epilog

Wieder eine tolle Fahrt, mit unvergleichlichen Eindrücken auf überwiegend sehr guten bis guten Wegen. Natürlich gab es auch matschige Abschnitte bei denen man nicht abschätzen konnte, wie tief denn wohl die nächste Pfütze wäre und bei denen man hoffte, genügend Schwung dabei zu haben, um durchzukommen.

Auch wenn Abschnitte wegen Bauarbeiten gesperrt waren, waren auch die Umleitungen für Radfahrer gut ausgeschildert.

Es waren auch einige Familien mit Kindern unterwegs, was dafür spricht, die Strecke als "Familienfreundlich" zu bezeichnen.

Etwas ist mir auch sehr wichtig. Nach einer, spätestens aber nach zwei Stunden Fahrt muss ich runter vom Sattel, meinem Hinterteil Erholung gönnen und dabei einen Cappuccino trinken. Das war nicht immer gegeben. Manchmal waren die Abstände zwischen den "Tankstellen" doch größer.

Erstrampelte Strecke mit dem Rad: 360 km. Höhenmeter dabei: 1680.

Wieder eine Fahrt mit 1000% Zufriedenheit. Eine Strecke, die Lust auf "noch einmal" macht.