Bilder mit meinen Ex-Kollegen und von Fahrradtouren

Meine zweite Fahrradtour 2016: Von Bovenden bis Stade

auf dem Leine-Heide-Radweg

Prolog

Getreu dem Motto: einmal ist keinmal, machte ich mich im August zu meiner zweiten Fahrradtour 2016 auf. Die Entscheidung für den richtigen Weg war einfach: Der Leine-Heide-Radweg führt fast an der Haustür vorbei und versprach, wieder eine gemütliche Strecke ohne anstrengende Steigungen durch Niedersachsen von Süden nach Norden zu werden.

Auch hier war wieder der Weg das Ziel. Es war nicht geplant, in aller Frühe aufzubrechen und Kilometer zu reißen. Einen festen Zeitplan oder Stationsplan hatte ich daher auch hier nicht. Frühstück etwa um 9:00 Uhr, Abfahrt etwa um 10:00 Uhr, das war für mich auch auf dieser Tour in Ordnung, denn etwas von der wärmenden Sonne sollte schon da sein.

Packplan und Liste der notwendigen Sachen für den Weg waren mir von der Werratal-Tour bekannt und stellten diesmal kein Problem für mich dar. Natürlich hatte ich, wie schon bei der Werratal-Tour, eine kleine Tasche mit Flickzeug für den menschlichen Körper dabei. Es ist ja nicht auszuschließen, dass man doch einmal auf die Fr... fliegt. Nachdem ich bei der Werratal-Tour merkte, wie anstrengend es ist, mit einem schmerzenden Achtersteven zu fahren, hatte ich mir einen neuen Sattel besorgt: Einen SQLab 602 active DS.

Informationen über diesen Weg findet man bei http://www.leineheideradweg.de/ Der Weg beginnt in Leinefelde bei den Leinequellen, aber mein Einstieg war natürlich in Bovenden.

Die gesamte tatsächlich gefahrene Strecke. Die unterschiedlichen Farben stehen für die Tagesetappen. Die dünne Linie ganz oben war eine Bahnfahrt.

1. Etappe Bovenden - Einbeck

Am ersten Tag wollte ich es langsam angehen. Also nur bis Einbeck, 34 km, Temperatur um 23 Grad. Gemütlich und mit Pause für ein Bier bei den Seeterassen an der Northeimer Seenplatte. Über den Deich vor Salzderhelden ging es weiter, zeitweise auch unter Kirschbäumen hindurch. Es knackte dann herrlich beim Überfahren der Kerne.

Nein, keine Fotos. Die Stecke kennt ja jeder.

2. Etappe Einbeck - Burgstemmen

Die Stecke zwischen Göttingen und Hannover kenne ich natürlich, sei es von der A7 oder von der B3 her. Aber es ist eine völlig andere Erfahrung, wenn man mit dem Rad unterwegs ist. Die Wege und die Landschaft sind neu und anders, du bist auch weit genug von allen Hauptstrassen entfernt. Das Einzige, was die Ruhe unterbricht, sind andere Radfahrer. Gelegentlichen Hinweisen auf Cafès oder Gaststätten bin ich gefolgt, und las dann an der Tür etwas wie "geöffnet ab 17:00 Uhr". Das passte dann natürlich prima, wenn ich schon um 12:00 Uhr dort war.

Rastplatz hinter Ippensen.

Burg Greene bei Kreiensen.

Pumpspeicherkraftwerk bei Erzhausen. Das Kraftwerk wurde in der Zeit erbaut, als die Bahnstrecke zwischen Göttingen und Hannover elektrifiziert wurde und diente damals vorrangig dazu, die Strecke mit elektrischer Energie zu versorgen.

Schloss Brüggen nördlich von Alfeld. Ist Privatbesitz, also leider nicht zu besichtigen.

Pause vor Gronau.

Die Leine zwischen Gronau und Elze.

Begegnung zweier ICE hinter Elze auf der alten Bahnstrecke Hannover - Göttingen. Auf der ICE-Strecke fanden zu der Zeit Gleisbauarbeiten statt.

3. Etappe Burgstemmen - Hannover

Schloss Marienburg bei Nordstemmen. Nein, besichtigt habe ich sie nicht. Erstens geht es berauf und zweitens war ich dort schon mindestens einmal.

Nach zwei Stunden auf dem Sattel eine Pause in Saarstedt.

An den Koldinger Seen südlich von Hannover, eine ausgedehnte Seenplatte mit nur wenigen Wegen dazwischen.

Ein Vogel-Beobachtungsturm.

Blick vom Beobachtungsturm.

Am Nachmittag hatte ich dann den Maschsee in Hannover erreicht. Dazu gehörte dann das entsprechende Pausengetränk.

Der nächste Tag war für eine Besichtigung Hannovers reserviert.

Das Leineschloss.

Die Altstadt in der Nähe der Marktkirche.

Die Rathaushalle.

Blick von der Rathauskuppel nach Norden.

Blick nach Nordwesten. Vorn das Kestner-Museum.

Ein Hanomag Komissbrot aus den 1920ern im Historischen Museum.

4. Etappe Hannover - Schwarmstedt

Nach einigen Kilometern auf topfebenen Wegen hinter Hannover hatte ich wieder einmal eine phantastische Reichweitenanzeige für meinen Akku.

Mittellandkanal-Brücke zwischen Seelze und Garbsen.

Pause am Markt in Neustadt am Rübenberge.

Manchmal schien der Weg endlos geradeaus zu verlaufen.

Pause in einem Dorfkaffee in Mandelsloh.

Ein Rastplatz an der Leine vor Schwarmstedt.

5. Etappe Schwarmstedt - Soltau

Hinter Schwarmstedt, abseits aller Autostrassen, mündet die Leine in die Aller. Kurz nach der Mündung findet man diese Fähre über die Aller zwischen den Orten Eickeloh und Grethem, die neben Landwirten auch von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden kann. Allerdings sind die Fährtermine sehr eigenwillig:

Von Mai – Oktober gibt es feste Fährtermine im Monat, immer von 10 - 18 Uhr.

Fährtermine in der Saison 2016:

01. Mai | 05. Mai | 15. Mai

05. Juni | 19. Juni

03. Juli | 17. Juli | 31. Juli

14. August | 28. August

11. September

02. Oktober

Zu anderen Zeiten muss man halt schwimmen und eventell das Rad auf dem Rücken mitnehmen.

Da vorn, irgendwo hinter dem Gestrüpp, da ist die Leinemündung.

Einer der vielen Verkaufshütten am Weg. Du nimmst, was du brauchst und tust das Geld in die vorhandene Kasse.

Kirche in Meinerdingen bei Walsrode.

Und dann eine Überraschung: Mitten in der abgelegenen Heide hinter Westendorf gab es Musik, Essen und Trinken für Groß und Klein.

6. Etappe Soltau - Buchholz

Pause in Schneverdingen. Sonntag Mittag in der Lüneburger Heide. Keine Angst, der Gasthof war voll, nur ich habe allein draußen gesessen.

Heidegebiet hinter Schneverdingen.

Rastplatz vor Niederhaverbeck.

Zwischen Niederhaverbeck und Wilsede herrschte dann richtig Trubel. Kutschen auf dem holprigen Pflasterweg und jede Menge Fußgänger auf dem schmalen Weg daneben. Mit dem Rad war kaum durchzukommen. Aber was war denn zu erwarten, an einem Sonntag zur Zeit der Heideblüte?

7. Etappe Buchholz - Stade

Am Abend in Buchholz hatte ich mich entschieden, nicht nach Hamburg zu fahren. Hamburg erschien mir wegen des Verkehrs als nicht attraktiv für das Radfahren. An Stade war ich schon mehrmals mit dem Auto auf dem Weg zur Elbfähre Wischhafen - Glückstadt oder zurück vorbeigefahren, bin aber nie in der Stadt gewesen.

Das Personal im Hotel und auch andere Gäste waren sehr hilfreich dabei, mir Routentipps vorzuschlagen. Schließlich war das eine Strecke, die ich nicht vorgeplant hatte.

Hinter Buchholz ging es zunächst auf einem grob geschotterten Weg kilometerlang Richtung Norden. Schließlich kam ich an eine Weggabelung in dessen Nähe Fällarbeiten mit einem Harvester liefen. Aufgrund dessen hatte man wohl einen Wegweiser beiseite geräumt, sodass ich mich verfuhr und eine Rundreise machte.

Hinzu kam in einem der nächsten Orte wieder ein Hinweis auf ein Cafè, bei dem sich dann herausstellte, dass es nur Sonntags geöffnet hat.

So landete ich dann auf der Suche nach einer Koffein-Tanke in Neu Wulmstorf, einem Ort an der B73 zwischen Harburg und Stade. Nach einiger Suche fand ich dort endlich ein kleines Cafè, wo ich einen Cappuccino bekam.

Im Ort gibt es auch eine Sparkasse, wo ich dachte, mein Bargeld wieder aufstocken zu können. Pustekuchen, der Automat wollte einfach nicht, war irgendwie defekt.

Ein bisschen frustriert habe ich mich dann entschlossen, die restliche, etwa 30 km lange Strecke nach Stade mit dem Zug zurückzulegen.

 

Das gute Abendessen versöhnte mich dann wieder mit der Welt!

Am Abend gab es heftige Regenschauer. In dieser Zeit stand ich mit einem Mann von einem der Nachbartische zum Rauchen vor der Tür. Wir kamen ins Gespräch, ich erzählte, woher ich mit dem Rad gekommen war. Wieder im Restaurant hörte ich, wie er seinen drei Freunden - alle etwa zehn Jahre älter als ich - erzählte, dass er eben vor der Tür mit einem gesprochen hätte, der aus der Nähe von Göttingen mit dem Rad bis hier oben hin gefahren wäre. Ich ging zu den Männern und sagte, dass ich es wäre - sie hatten mich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bemerkt. Ich erfuhr dann, dass sie alte Freunde sind und zusammen in der Umgebung von Stade etwas unternehmen wollten. Matjes-Satt in Glückstadt war für den nächsten Tag vorgesehen und ein Ausflug nach Blankenese für den Tag darauf.

Der nächste Tag war für Stade vorgesehen. Nach dem Regen der vergangenen Nacht fing der Tag etwas trübe an. Er wurde dann aber immer sonniger und wärmer.

Der Holzkran am Fischmarkt.

Die Gaststätten drum herum hatten schon bald geöffnet.

Die Fischverkäuferin an Wasser West

Blick von Wasser Ost nach Wasser West.

Das Rathaus in der Hökerstrasse.

St. Cosmai et Damiani.

St. Wilhadi.

Eine Gasse in der Stadt.

Am Fischmarkt. Früher Nachmittag. Das Wetter besserte sich. Immer mehr Sonne war da und die Tische vor den Lokalen füllten sich.

Der Sommer war zurück in Stade!

Von Stade brachte mich dann der Metronom zurück, aber nicht, ohne mich irgendwann noch einmal herauszulassen...

Auf dem Rückweg an der Leine bei Nörten-Hardenberg.

Epilog

Eigentlich ein problemloser Radweg für alle. Die Wege sind überwiegend gut, meistens sind es Wirtschaftswege, manchmal auch Radwege parallel zu Straßen. Die Beschilderung ist nicht immer vorhanden und eindeutig, daher war ich froh, die Strecke auf meinem Montana vor der Nase zu haben.

Was man nicht machen sollte, ist, an einem Sonntag zur Zeit der Heideblüte durch die Lüneburger Heide zu fahren. Die Gegend bei Wilsede ist dann einfach überlaufen. Eine etwa 20 Personen lange Schlange vor dem Haus mit dem WC-Schild in Wilsede ließen mich die Flucht ergreifen, ohne dass ich vom Rad abgestiegen wäre.

Übernachtungsmöglichkeiten zu finden war auch auf dieser Tour ziemlich problemlos. Nur in Hannover musste ich herumtelefonieren, bis ich dann ein etwas eigenwilliges Hotel fand. Eigenwillig, weil der kaputte Fernseher auch am nächsten Tag nicht ausgetauscht wurde und ein neuer Ablauf-Stöpsel im Waschbecken auch nicht aufzutreiben war.

Der neue Sattel hat sich auch nicht als Sänfte herausgestellt, obwohl ich ihn passend für meine Sitzknochenbreite gekauft hatte.

Den Akku brauchte ich auf dieser Tour nur einmal zwischendurch laden. Ging aber auch problemlos.

Erstrampelte Strecke mit dem Rad: 397 km. Bahnfahrten zählen natürlich nicht dazu.

Höhenmeter dabei: 1583, natürlich auch nur mit dem Rad.

Insgesamt eine Tour mit 1000 % Freude (das geht! Es gibt viele Gründe dafür, aber nur einen, der wesentlich ist) und nur 0,0001 % Ärger: Regen, ohne Unterstellmöglichkeit.